Bildungsreise nach Reggio Emilia

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Mit großer Spannung traten im Frühjahr sechs FAIRbündete und vier Erzieherinnen aus kooperierenden Kindertagesstätten der Stadt Leipzig eine Bildungsreise im Rahmen des Leonardo da Vinci-Programs nach Reggio Emilia (Italien) an. Sieben Tage durften wir die Reggio-Pädagogik in ihrer Gesamtheit in verschiedenen norditalienischen Einrichtungen erleben. Reggio-Pädagogik ist kein Modell, keine Methode, sondern eher eine Philosophie, eine Herangehensweise. Ein Herzstück der Reggio-Pädagogik ist unter anderem die Ansicht, dass Kinder ihre Entdeckungen, Erlebnisse, Empfindungen mit „hundert Sprachen“ („cento linguaggi dei bambini“) zum Ausdruck bringen, zum Beispiel mit Worten, in Bildern oder darstellendem Spiel. Die Räume der Einrichtungen werden als „dritter Erzieher“ betrachtet, sie geben Geborgenheit und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und bieten zugleich Herausforderungen zum Aktiv-werden an (Atelier, Piazza als Begegnungsort). Charakteristische Gestaltungselemente sind Spiegel in verschiedenen Formen, Verkleidungszonen, Briefkästen, Projektoren und Leuchttische. Projekte und Projektarbeit gelten als zentrales Element der Reggio-Pädagogik. Sie werden von den Erzieherinnen angeregt und erweitert, jedoch nicht gesteuert und basieren auf den Beobachtungen und Interessen der Kinder. Die Handlungsprozesse werden großflächig auf so genannten „sprechenden Wänden“ dokumentiert. Neben den beschriebenen Charakteristika dieses pädagogischen Ansatzes fanden besonders die Wirkung für das Gemeinwesen und die Arbeit mit Eltern unser Interesse und so kehrten wir vollgepackt mit Eindrücken, Ideen, Fragen, Materialien und Geschenken erschöpft nach Hause.

Manuela Ihlau, Kita Mottelerstraße und Annette Kühn, Kita Thünenstraße

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