Bildungsreise nach Südengland

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“Reisen bildet” hieß die Parole unter der im April vier Erzieherinnen und vier Kita-Leiterinnen des FAIRbund-Projektes “Familienbildung in Kooperation mit Kindertagesstätten” gemeinsam mit dem Projektleiter Jens Altmann und der Europäischen Freiwilligen Helen Brodrick als Dolmetscherin in den Flieger nach England stiegen. Ziel unserer Reise war, die in England seit über 20 Jahren bestehenden Early Excellence Centres und deren Netzwerke kennen und verstehen zu lernen. Early Excellence Centres betrachten sich als „Gemeinschaft forschend Lernender“, zu der die Kinder und ihre Familien ebenso gehören wie das pädagogische Fachpersonal. Die drei Leitlinien des Early-Excellence-Konzepts lauten (vgl. www.early-excellence.de): 1. jedes Kind mit seinen Stärken und Kompetenzen ist exzellent, 2. Eltern sind die ersten Erzieher und somit die Experten ihrer Kinder, 3. die Kindertagesstätte öffnet sich nach innen und außen für junge Familien.Unsere Reise sah die Besichtigung unterschiedlicher Bildungseinrichtungen in Devon County, Exeter, Paigton, Torbay und Plymouth vor. englandErste Station unserer Tour war der Besuch einer übergeordneten Stelle, vergleichbar mit dem Jugendamt in Deutschland.

Anschließend besuchten wir eine Kita in Exeter. Die Vielfalt an Möglichkeiten, die jungen Teams und der sehr gute Betreuungsschlüssel beeindruckten uns nachhaltig. In einer Kita erfolgte die Betreuung von Kindern zwischen einem Jahr und Schuleintritt gemeinsam in einem Raum (oder eher einem Saal), räumlich nur durch flache Möbel abgetrennt. Generell stellten wir fest, dass durch den hohen Personalschlüssel ein individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der Kinder möglich ist. Des Weiteren sind auf Grund des relativ neuen Berufszweiges die Mitarbeiter sehr jung. Auch das hohe Maß an Sicherheit in den Einrichtungen ist uns in Erinnerung geblieben. Es ist nicht möglich, dass fremde Personen in die Einrichtung gelangen, da die Kitas allesamt mit Codeschlössern ausgestattet sind. In allen besichtigten Einrichtungen, ob Kita, Schule oder Familienzentrum, fiel uns die familienorientierte Betreuungsstruktur auf: Eltern sind Partner der Einrichtung. Elternarbeit steht hoch im Kurs! Die Übergänge zwischen Institutionen wie Kinderkrippe, Kindergarten, Vorschule und Schule werden gemeinsam gestaltet und den Eltern wird damit der Übergang erleichtert. Auch Probleme wie Entwicklungsverzögerungen lassen sich besser beurteilen und frühzeitig abwenden.

Vielen Dank an die Organisatoren dieser Reise, dass wir diese wertvollen Erfahrungen mit in unsere Kitas und unseren Arbeitsalltag nehmen können!

Nadine Würzberger (Leiterin Kita Mottelerstraße) und Heike Rakow (Leiterin Kita Thünenstraße) im Namen aller Reisenden