Einmal viel Sonnenschein bitte!

Oder: wie man eine Woche fleißig lernend im sonnigen Griechenland verbringt

Xylokastro, an der Küste der Halbinsel Peloponnesos: eine idyllische Kleinstadt mit ca. 20.000 Einwohnern. Hier arbeitet die griechische Organisation Orfeas, die derzeit knapp 50 Freiwillige koordiniert und darüber hinaus jedes zweite Jahr ein Training organisiert.

Zusammen mit 23 weiteren Organisationen fungierte FAIRbund als Partner beim Training von Orfeas „Strategy and Leadership“. Die Organisationen stammen aus 6 verschiedenen Ländern: Bulgarien, Deutschland, Italien, Lettland, Rumänien und der Türkei. Das Training dauerte eine Woche lang und bot Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen, Ideen zu sammeln und die Partner, mit denen wir schon Kontakt per Telefon oder Mail hatten, auch persönlich kennenzulernen.

Das Training fand Anfang April statt und ich hatte Hoffnungen auf frühzeitiges Baden im Meer und viel, viel Sonnenschein. Leider sind diese Wünsche nicht 100-prozentig in Erfüllung gegangen, aber ich hatte trotzdem viel Spaß. Die Organisation hat alles getan, damit wir Teilnehmer uns gut fühlen: Unterkunft in einem schönen Hotel mit leckerem Essen, relativ lockere Trainingszeiten, sogar der Bürgermeister kam, um uns persönlich zu begrüßen. Darüber hinaus unternahmen wir auch noch einen Ausflug zum nahe gelegenen Korinth-Kanal und zu einigen archäologischen Stätten. Dabei haben die Organisatoren aber leider zu viel Wert auf Äußerlichkeiten und weniger auf den Inhalt gelegt. Dies scheint eine der liebenswerten, typisch griechischen Eigenschaften zu sein, wie ich später erfahren habe. Mein Schutzengel ist wohl mit auf Reisen gegangen, denn in Athen hatten einige „nette“ Diebe meine Tasche richtig weit aufgeschnitten, was ich erst später in meiner Unterkunft bemerkt habe. Aber ich hatte Glück: nichts war weg!

Die Reise war sehr nützlich. Ich habe unsere Freiwillige Lisa Würfel in Xylokastro getroffen. Sie hat seit Anfang März vorübergehend ihr neues Zuhause in Griechenland und verbringt ein halbes Jahr dort mit knapp 50 anderen Freiwilligen. Lisa arbeitet in einer Kita und sammelt interessante Erfahrungen. Zum Beispiel, dass schüchterne griechische Kleinkinder „nein“ sagen, indem sie ganz einfach ihre Augen nach oben rollen. Oder wie man sich mit 10 jungen Freiwilligen eine Wohngemeinschaft teilt, wenn 2-4 Leute in einem Zimmer untergebracht sind. Lisa fühlt sich wohl und betrachtet ihre Zeit als lustig und spannend. Sie hat uns versprochen, einen Bericht über ihre Abenteuer in Griechenland zu schreiben.

eu_xylokastro

Es war eine wunderschöne Woche, voll mit Erlebnissen und Sonnenschein (natürlich). Sollte jemand von Euch an solchen europäischen Weiterbildungsprojekten teilnehmen wollen, meldet Euch einfach beim Team der EU-Projekte. Wir bekommen fast jede Woche eine Nachricht über Trainings, Seminare oder ähnliche kürzere und längere Weiterbildungs- bzw. Austauschprogramme, die für Erzieher, Sozialpädagogen und auch für andere Leute interessant und nützlich sein können. Voraussetzung sind allerdings meistens gute Sprachkenntnisse in Englisch.

Andrea Proniewicz
Europäische Freiwillige bei FAIRbund e. V.
(von September 2010 bis September 2011)