Europäischer Freiwilligen Dienst (EFD) – eigentlich wunderschön!!

2011 hatte ich das Glück, an einem Leonardo da Vinci Projekt  in Leipzig teilzunehmen. Ich hatte nie Deutsch studiert und meine Vorstellungen vom deutschen Volk waren falsch. Auf jeden Fall habe ich alles eingepackt und ich bin für die beste Erfahrung meines Lebens aus Italien abgefahren. Ich habe so viel Spaß gehabt, dass ich mich entschieden habe, länger zu bleiben… und so habe ich mich im Anschluss an das Leonardo da Vinci Projekt für einen EFD beworben! Leipzig ist meine schöne Ecke des Himmels… mein halbes Herz ist und wird immer da sein.
Am Anfang kannte ich keine deutschen Worte und es war alles komisch und überraschend, auch die einfachsten Dinge wie „Entschuldigung!“ zu sagen. Aber es war das schönste, die Herausforderung die neue und so verschiedene Sprache im Vergleich zu meiner Muttersprache zu lernen. Englisch und Französisch konnte ich schon vorher, das hat mir sicherlich geholfen. Aber dann war die Lust, die Deutsche Sprache zu lernen, stärker und ich habe mich darauf gestürzt!

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Ich könnte tausend Fettnäpfchen auflisten, in die ich hineingetappt bin: einmal habe ich nach einem Flugzeug statt nach einem Feuerzeug gefragt oder ein anderes Mal während eines Termins zwischen Freiwilligen habe ich so sicher geschrien: „Ich schinke dir die Email!!“ und ich hätte noch viel mehr lustige Dinge zu erzählen….

Während meines EFD habe ich in einem Kindergarten gearbeitet und hatte dadurch viel Kontakt mit Menschen aus Deutschland und mit der deutschen Kultur. Wie jeder Freiwillige habe ich auch ein persönliches Projekt entwickelt. Am Anfang war es mir unklar, was ich mit den Kindern von 1 bis 3 Jahren machen könnte. Aber eines Tages, zufällig, ist die Idee gekommen! Ich habe den Kindern typische italienische Kinderlieder gelehrt und es war ein unglaublicher Erfolg!

Im Mai hat der FAIRbund, meine „Hosting-Organisation“, die ich wirklich liebe, eine große Party organisiert um den Europatag zu feiern.  Jeder hat sein eigenes Projekt vorgestellt und die Eltern, die Familien der Kinder und auch unsere Kollegen waren alle zusammen zu der Party! Es wurde ein Film über einen Leipziger Kindergarten gezeigt, andere haben lustige T-Shirts bemalt oder die Gesichter der Kindern geschminkt und ich habe mit meiner kleinen „Truppe“ die italienische Lieder wie „Giro giro tondo“, „La bella lavanderina“ und „Fra Martino“ gesungen und getanzt. Die Eltern, die Kollegen und überhaupt die Kinder waren alle begeistert und glücklich!

Als ich zurück nach Italien gefahren bin, war es schwer. Noch heute fragen die Kinder nach mir und sie erinnern sich an die Lieder, die sie mit mir gelernt haben. Seit drei Monaten bin ich nun zu Hause, aber ich habe schon eine Flugkarte nach Leipzig gekauft! So ich werde meine Kinder und meine Freunde, die ein Jahr meine Familie gewesen sind, wieder umarmen.
Ich könnte ein Buch über meinen EFD Jahr schreiben… aber meine Empfehlung ist: „Leute, macht einen EFD in eurem Leben!“ Was ihr in diesem Jahr lernen könnt, kann man nicht in tausend Jahren erleben!

Alice aus Italien